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Diese Website dient als Internetplattform und Forum für KollegInnen und Kollegen, die sich für eine Anerkennung von TraumatherapeutInnen ohne Approbation sowie TraumafachberaterInnen einsetzen wollen. Im Rahmen ihrer jahre- bis jahrzehntelangen Erfahrung in der Arbeit mit Menschen, die unter teilweise schwerwiegenden Traumafolgestörungen nach psychischer, körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt leiden, erleben sie täglich den großen Bedarf an geeigneten Versorgungsangeboten (siehe Studie zur psychotherapeutischen Versorgungsrealität komplex traumatisierter Menschen).

Ziel der im September 2013 gegründeten Initiative Traumanetzwerk ist die Anerkennung von Traumatherapie, angeboten von traumatherapeutisch solide ausgebildeten HeilpraktikerInnen für Psychotherapie sowie die Anerkennung von Traumaberatung durch Fachkräfte mit vergleichbaren Qualifikationen.

Deshalb setzen wir uns ein für die Kostenübernahme durch die öffentlichen Leistungsträger (GKV, Versorgungsämter, Unfallkassen, Fonds Sexueller Missbrauch, etc.).

Unser erstes Ziel war die Anerkennung beim Fonds Sexueller Missbrauch. Dieser am 1.5.2013 eingerichtete Fonds für Betroffene sexuellen Missbrauchs im familiären Bereich bewilligte die Anträge auf Psychotherapie bisher nur, wenn die Therapie von ärztlichen und psychologischen PsychotherapeutInnen oder Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen mit Approbation (mit und ohne Kassensitz) durchgeführt wurde.

Diese Regelung erwies sich aus zwei Gründen als unzureichend.

  1. Es gibt viel zu wenig Therapieplätze. Die Wartezeit beträgt oft deutlich mehr als 12 Monate. Bei traumatherapeutisch ausgebildeten KollegInnen ist die Wartezeit meist noch deutlich länger und Wartelisten werden von den wenigsten TherapeutInnen angeboten, sodass die Betroffenen völlig in der Luft hängen.
  2. Viele appobierte und kassenniedergelassene PsychotherapeutInnen verfügen über keine Zusatzqualifikationen im Bereich Psychotraumatologie und Traumatherapie, wodurch sie sich – nach eigenem Bekunden – oft nicht in der Lage sehen, die Betroffenen angemessen zu behandeln. Sie bitten dann die Betroffenen, sich einen Therapieplatz bei einer TraumatherapeutIn zu suchen.

Aus diesem Grund übernehmen viele Private Krankenkassen und andere Leistungsträger unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten für eine Psychotherapie nach HPG, so wie es vor dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) 1999 auch die Gesetzlichen Krankenkassen als außervertragliche Leistung übernommen haben.

Die Initiative Traumanetzwerk setzt sich dafür ein, dass traumatherapeutisch und psychotherapeutisch fundiert ausgebildete HeilpraktikerInnen bzw. HeilpraktikerInnen für Psychotherapie ebenfalls als Traumatherapeuten anerkannt werden, um die große Versorgungslücke schließen zu können. Andere traumatherapeutisch und psychotherapeutisch fundiert ausgebildete Fachkräfte haben innerhalb unseres Netzwerkes die Option, eigene Lösungen für ihren Fachbereich hinsichtlich Anerkennung beim Fonds sowie anderen Leistungsträgern zu finden.

Am 2.12.13 schickte die Initiative Traumanetzwerk einen ersten Brief an den Fonds Sexueller Missbrauch, am 21.1.14 kam eine Antwort, die dahingehend informierte, dass die Leistungsleitlinien kontinuierlich überprüft und angepasst werden.
Am 21.1.14 sandte der BAPt ein sehr umfangreiches, uns unterstützendes Schreiben an den Fonds.

Der Fonds Sexueller Missbrauch hat – nicht zuletzt auch infolge unseres Bemühens – seine Richtlinien bereits dahin gehend geändert, dass auch heilkundlich arbeitende TraumatherapeutInnen in Ausnahmefällen als TherapeutInnen anerkannt werden.

Am 13.2.14 wurde vom Lenkungsausschuss folgender Passus in die Leitlinien eingefügt: “In begründeten Ausnahmefällen kann auf das Erfordernis der Approbation verzichtet werden, wenn eine gleichwertige berufliche Qualifikation des Therapeuten oder der Therapeutin vorliegt.”
Die ersten Bewilligungen gingen ab dem 7.3.14 raus.
Auch die weiteren Kontakte mit dem Fonds waren wohlwollend und unser „wichtiges Anliegen“ unterstützend.

Nun soll es darum gehen, eine entsprechende Anerkennung auch bei den anderen Leistungsträgern zu erreichen, da es unverändert viel zu wenig Traumatherapieplätze für traumatisierte Hilfesuchende gibt.